Fensterbank ausmessen – die vollständige Anleitung für innen & außen
Ob Neubau oder Renovierung: Wer eine Fensterbank austauschen oder neu montieren möchte, muss zuerst korrekt ausmessen. Nur so passen Länge, Breite (Ausladung) und Überstand – und es gibt später keine unschönen Lücken, Kollisionen mit dem Fensterrahmen oder Probleme beim Verputzen.
In diesem Ratgeber zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie eine Innen- und Außenfensterbank ausmessen, worauf Sie an der Laibung (Fensterlaibung) achten, wie Sie die Ausklinkungen an der Fensterseite bestimmen und welche typischen Fehler Sie vermeiden. So finden Sie zuverlässig das Endmaß Ihrer Fensterbank und können anschließend entspannt bestellen oder montieren.
Inhalt:
- Warum korrektes Ausmessen der Fensterbank so wichtig ist
- Werkzeug- und Checkliste zum Ausmessen
- Fensterbank innen ausmessen – Schritt für Schritt
- Fensterbank ausmessen außen – so gehen Sie vor
- Häufige Stolpersteine beim Fensterbank messen – und wie Sie sie vermeiden
- Materialwahl & Besonderheiten beim Ausmessen
- Schritt-für-Schritt: Von der Skizze zum Endmaß
- Richtwerte & Tabelle – Überstand, Ausladung, Fugen
- Montage-Vorausdenken: Was beeinflusst das Aufmaß?
- FAQ – häufige Fragen zum Thema „Fensterbank ausmessen
Warum korrektes Ausmessen der Fensterbank so wichtig ist
Eine exakt gemessene Fensterbank schließt plan mit der Laibung und dem Fensterrahmen ab, sitzt satt im Anschlussprofil und hat genügend Überstand an der Vorderkante. Das verhindert Wärmebrücken, vermeidet Risse im Putzabschluss und schützt außen die Fassade vor Wasser. Gerade bei Natursteinfensterbank, Aluminium- oder Holzvarianten unterscheiden sich die notwendigen Abmessungen, weil Materialstärken, Kantenbearbeitung und das Fensterbankprofil variieren.
- Passgenauigkeit: Nur mit richtigem Innenmaß und sauber ermittelter Fensterbanklänge sitzt die Bank spielfrei.
- Optik & Funktion: Der richtige Überstand (innen und außen) sorgt für eine saubere Linie und schützt vor Tropfkanten-Problemen (Stichwort Wassernase).
- Montagefreundlichkeit: Stimmt das Ausmaß, brauchen Sie weniger Montageschaum und Montagekleber; Unebenheiten lassen sich gezielt ausgleichen.
- Vermeidung von Folgekosten: Falsche Längen, zu geringe Ausladung oder fehlende Ausklinkungen führen oft zu Rücksendungen oder Nacharbeiten.
Tipp: Planen Sie das Ausmessen immer vor dem Verputzen beziehungsweise berücksichtigen Sie die künftige Putzkante und die Stärke des Putzes. Im Rohbau (Rohbau innen) sind Aufmaße ohne Putzzugaben später zu kurz.
Werkzeug- und Checkliste zum Ausmessen
Bevor Sie loslegen, legen Sie sich alles bereit. Ein ruhiges, systematisches Vorgehen sorgt für verlässliche Ergebnisse.
✓ Zollstock/Maßband in Zentimeter
✓ Wasserwaage und möglichst ein Richtscheit (um Unebenheiten zu prüfen)
✓ Bleistift/Marker und Malerkrepp für Markierungslinien
✓ Notizblatt oder Aufmaßblatt pro Fenster (mit Skizze der Fensterseite)
✓ Optional: Schieblehre für Profilstärken, Winkel für rechte Winkel
✓ Smartphone-Fotos mit Markierungen – hilfreich bei der Bestellung
Fensterbank innen ausmessen – Schritt für Schritt
Innenfensterbänke sind häufig aus Naturstein (z. B. Granit), Werzalit oder Kunststoff. Je nach Material sind unterschiedliche Kantenbearbeitungen möglich (rund, gefast, poliert). So gehen Sie vor:
Länge (Innenmaß der Laibung)
- Lichte Weite am geplanten Auflagepunkt von links nach rechts messen – vorn, mittig, hinten; kleinstes Maß notieren.
- Bei Schattenfuge je Seite 3–5 mm abziehen. Alternativ: kleine Überlappung einplanen.
- Sockelleisten/Verkleidungen berücksichtigen (ggf. Ausklinkungen nötig).
Ausladung (Breite)
- Abstand vom Fensterrahmen (bzw. Anschlussprofil) bis zur Vorderkante bestimmen.
Gewünschten Überstand vor der Laibung addieren (typisch 20–30 mm). - Heizkörper, Vorhänge, Nutzung (Pflanzen/Deko) mitdenken – zu große Tiefe behindert Luftzirkulation.
- Richtwerte: Wandtiefe bis Laibung + 20–30 mm; bei dicken Laibungen eher ~10 mm weniger (Heizkörperfreiheit).
Ausklinkungen
- Vorspringende Rahmenkanten links/rechts mit Tiefe und Höhe einzeichnen.
- Putzprofile, Rollladenschienen, Kappen vermessen und in die Skizze übertragen.
- Symmetrisch planen – erleichtert Montage und sorgt für saubere Abschlüsse.
Materialstärken & Kanten
- Naturstein/Granit: meist 20 mm (selten 30 mm), Kanten (poliert, gefast) beachten.
- Holz/Komposit: 18–25 mm, Tragfähigkeit bei großen Ausladungen prüfen.
- Kunststoff: leicht, pflegeleicht, auf passendes Fensterbankprofil sollte geachtet werden.
Beispiel (innen)
- Laibung (kleinstes Maß): 1.205 mm
- Fuge: 3 mm je Seite → −6 mm → Endlänge: 1.199 mm
- Wandtiefe bis Laibung: 180 mm + Überstand 25 mm → Ausladung: 205 mm
- Rahmen springt 10 mm ein → Ausklinkung je Seite: 10 mm tief, 20 mm hoch
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Fensterbank außen ausmessen– so gehen Sie vor
Außenfensterbänke (z. B. Aluminium, Naturstein) schützen die Fassade und leiten Wasser ab. Wichtig sind ausreichende Ausladung, Überstand und die korrekte Wassernase.
Länge (Außenleibung)
- Breite der Außenlaibung oben am Auflager messen.
- Seitliche Abschlüsse (Putzkanten, Endkappen) einplanen.
- Dehnfugen nach Herstellervorgaben berücksichtigen – besonders bei Alu mit Endstücken.
Ausladung & Überstand
- Abstand vom Fensterrahmen (bzw. unterem Anschlussprofil) bis zur Fassadenaußenkante messen.
- 30–50 mm Überstand für Tropfkante (Wassernase) addieren.
Bei WDVS die endgültige Putzstärke einrechnen, damit die Wassernase vor der Fassade liegt. - Richtwerte: Ausladung = Fassadentiefe + 30–50 mm; Wassernase mind. ~20 mm vor der Fassade.
Endstücke, Aufkantungen & Abdichtung
- Einbauraum für seitliche Endstücke/Kappen mitmessen.
- Montagehinweise beachten: Gefälle mind. 5° sowie passendes Schraub-/Clipsprofil.
- Anschlussfugen schlagregendicht ausführen; saubere Überlappungen sicherstellen.
Beispiel (innen)
- Außenleibung: 1.025 mm
- Endstücke: +5 mm je Seite → Endlänge: 1.035 mm
- Fassadentiefe (Rahmen–Putz): 140 mm + Überstand 40 mm → Ausladung: 180 mm
- Gefälle: mind. 5° (≈ 9 mm Höhenunterschied je 100 mm Ausladung)
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Häufige Stolpersteine beim Fensterbank messen – und wie Sie sie vermeiden
- Innenmaß an falscher Stelle genommen: Messen Sie dort, wo die Fensterbank wirklich aufliegt – nicht zu weit vorn an der Brüstung.
- Unebenheiten ignoriert: Prüfen Sie das Auflager mit der Wasserwaage/Richtscheit; notieren Sie die niedrigsten Punkte.
- Putzstärken unterschätzt: Rechnen Sie Putzabschluss und eventuelle Spachtel/Feinputzlagen ein – auch bei späterem Verputzen.
- Überstand zu groß: Große Ausladung sieht imposant aus, kann aber Heizkörperluft stauen oder als „Schlagkante“ wirken.
- Ausklinkungen vergessen: Besonders an der Fensterseite – Rollladenschienen, Anschlussprofile, Kunststoffkappen, Markierungen sorgfältig übernehmen.
- Keine Reserven: Bei Naturstein lieber 1–2 mm weniger in der Länge – Stein lässt sich kaum „strecken“.
- Zubehör übersehen: Abschlusskappen, Dichtbänder, Anschlussprofile und Montagekleber gehören ins Ausmaß-Konzept.
Materialwahl & Besonderheiten beim Ausmessen
Naturstein (Granit, Marmor, Quarzkomposit)
- Vorteile: robust, langlebig, speichert Wärme, edle Optik.
- Messen: Achten Sie auf die Dicke (meist 20 mm) und Kantenbearbeitung – beides verändert die sichtbare Vorderkante.
- Toleranzen: Planen Sie kleine Fugen an den Laibungen ein; Naturstein ist hart, Nacharbeit vor Ort ist aufwendig.
- Pflege: Versiegelung schützt vor Flecken, besonders auf Marmor.
- Zubehör: Passendes Anschlussprofil und silikonierte Fugen für spannungsarme Abschlüsse.
Holz/Holzwerkstoff
- Vorteile: warm, natürlich, gut bearbeitbar.
- Messen: Prüfen Sie gerade Kanten; Holz „arbeitet“. Geringe Fugen links/rechts sind sinnvoll.
- Feuchtigkeit: In Feuchträumen zurückhaltend planen oder Oberflächen gut schützen.
Kunststoff/Komposit
- Vorteile: pflegeleicht, preiswert, viele Dekore.
- Messen: Häufig mit Systemprofilen – prüfen Sie das Einsteckmaß im Anschlussprofil.
- Zubehör: Endkappen, Abschlussprofile, Montageschaum – alles aufeinander abstimmen.
Aluminium (außen)
- Vorteile: leicht, wetterfest, mit Wassernase verfügbar.
- Messen: Endstücke, Aufkantungen, Gefälle und Dehnfugen berücksichtigen.
- Abdichtung: Schlagregendichte Anschlüsse nach Montagerichtlinie ausführen.
Schritt-für-Schritt: Von der Skizze zum Endmaß
Skizze anlegen
- Zeichnen Sie eine Draufsicht mit Fensterrahmen, Laibungen, Vorderkante. Markieren Sie Messpunkte (links/mittig/rechts).
Rohmaße notieren
- Länge (kleinstes Innenmaß), Ausladung (Wandtiefe + Überstand), nötige Ausklinkungen.
Zuschläge/Abzüge einrechnen
- Fugen (2–5 mm je Seite), Endstücke (außen), Kantenbearbeitung (innen).
Endmaß definieren
- Fensterbanklänge (Endmaß), Ausladung, Ausklinkungsmaße mit Höhe/Tiefe.
Prüfung
- Kontrolle gegen Fotos und Markierungslinien vor Ort.
Bestellung/Herstellung
- Maße in den Konfigurator übertragen oder als Aufmaßblatt an den Fachbetrieb senden.
Richtwerte & Tabelle – Überstand, Ausladung, Fugen
Die folgenden Richtwerte helfen bei der Planung. Konkrete Montagerichtlinien des Herstellers haben Vorrang.
| Einsatz: | Länge (L) | Ausladung (A) | Überstand (Ü) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Innenfensterbank | Laibungsmaß minus 2×Fuge (je 2–5 mm) | Wandtiefe bis Laibung + 20–30 mm |
15–30 mm | Ausklinkungen für Rahmen/Schienen prüfen |
| Außenfensterbank (Alu) | Außenlaibung + Endstücke | Fassadentiefe + 30–50 mm | 30–50 mm | Wassernase vor Fassade, Gefälle ≥ 5° |
| Naturstein innen | wie oben, ggf. 1–2 mm Sicherheitsabzug | wie innen + Materialstärke beachten | 20–30 mm | Kantenbearbeitung einplanen |
Montage-Vorausdenken: Was beeinflusst das Aufmaß?
- Untergrund: Unebenheiten ausgleichen (z. B. mit Mörtelbett). Große Hohlräume nicht nur mit Montageschaum füllen.
- Abdichtung: innen elastische Fugen; außen schlagregendichte Anschlüsse, saubere Überlappung an Putzkanten.
- Brüstungshöhe & Nutzung: In Küchen oder Bädern eher geringere Ausladung; in Wohnräumen darf es „breiter“ sein.
- Fensterzubehör: Insektenschutz, Fenstergriffe, Sicherheitsbeschläge – prüfen Sie Freigängigkeiten.
- Spätere Abschlüsse: Sockels, Abschlussleisten, Putzabschluss – alles im Aufmaß berücksichtigen.
FAQ – häufige Fragen zum Thema „Fensterbank ausmessen“
Wie viel Überstand sollte eine Innenfensterbank haben?
Meist 15–30 mm. Prüfen Sie Heizkörper und Nutzung: Bei großen Ausladungen staut sich warme Luft. In Küchen/Bädern sind geringere Überstände sinnvoll.
Woran erkenne ich, ob ich Ausklinkungen brauche?
Sobald der Fensterrahmen in die Laibung vorspringt, Rollladenschienen anliegen oder Putzabschlussleisten montiert sind. Messen Sie Tiefe/Höhe links und rechts und übertragen Sie sie in die Skizze.
Wie bestimme ich die Ausladung für eine Außenfensterbank?
Messen Sie die Fassadentiefe vom Rahmen bis zur Außenkante und addieren Sie 30–50 mm Überstand. Achten Sie darauf, dass die Wassernase vor der Fassade liegt, und planen Sie Gefälle (ca. 5°) ein.
Kann ich beim Naturstein später „etwas wegschleifen“, wenn es nicht passt?
Nur sehr begrenzt und mit Spezialwerkzeug. Planen Sie lieber 1–2 mm Toleranz in der Länge ein und arbeiten Sie sauber mit Fugen.
Was mache ich bei ungeraden Wänden und Unebenheiten?
Messen Sie an mehreren Punkten und übernehmen Sie das kleinste Maß. Unebenheiten gleichen Sie beim Einbau mit Mörtelbett aus; Hohlräume nicht ausschließlich mit Montageschaum füllen.


